Ersatzteile im Griff: Bestand, Reservierung und Nachbestellung
Der Techniker steht vor der Anlage, das Teil liegt im Lager – oder auch nicht. Wie Ersatzteile an den Auftrag kommen, bevor er beginnt, und wie der Bestand stimmt.

Miriam Hofer
Beratung Instandhaltung ·

Ein zweiter Anfahrtsweg ist der teuerste Posten im Service, und er entsteht fast immer aus demselben Grund: Das Teil, das gebraucht wurde, war nicht dabei. Entweder wusste niemand, dass es gebraucht wird, oder es war im Lager verzeichnet und trotzdem nicht da, oder es lag im Fahrzeug eines anderen Technikers.
Das Teil gehört zum Auftrag
Die meisten Ersatzteile, die ein Einsatz braucht, sind vorher bekannt: aus der Störungsmeldung, aus der Historie der Anlage oder aus dem Wartungsplan. Diese Teile gehören an den Auftrag, bevor er verplant wird. Der Techniker sieht dann auf dem Telefon, was er mitnehmen muss, und die Disposition sieht, ob es da ist.
Reservieren, nicht hoffen
Ein Bestand von drei Stück nützt nichts, wenn drei offene Aufträge darauf warten. Was an einem Auftrag hängt, muss reserviert sein, damit der Bestand zeigt, was frei verfügbar ist, und nicht, was physisch im Regal liegt. Wird der Auftrag storniert, ist das Teil wieder frei; wird er abgeschlossen, ist es verbraucht.
Das Fahrzeug ist ein Lager
Was im Servicefahrzeug liegt, ist genauso Bestand wie das Hauptlager – nur unterwegs. Ein Lager je Fahrzeug, aus dem der Techniker entnimmt und in das nachgefüllt wird, macht sichtbar, was wo liegt, und beendet die Suche per Telefon nach dem Kollegen, der das letzte Ventil noch haben müsste.
Verbrauch buchen, wo er entsteht
Der Bestand stimmt nur, wenn die Entnahme dort gebucht wird, wo sie passiert: am Auftrag, vor Ort, vom Techniker. Sobald sie nachträglich im Büro erfasst wird, fehlt die Hälfte. Am Auftrag gebucht, steht das Teil außerdem gleich in der Historie der Anlage und auf der Rechnung.
Nachbestellen, bevor es fehlt
Mit sauberem Bestand und Reservierungen wird die Nachbestellung einfach: Fällt der freie Bestand eines Teils unter seinen Meldebestand, wird bestellt. Nicht, weil es jemand gemerkt hat, sondern weil das System es zeigt – mit dem Lieferanten und der Bestellmenge, die beim letzten Mal galten.







